Ende der Zusammenarbeit: Stadtwerke-Chef Hermes wirft im Zuge der Compliance-Affäre hin

0

Die Stadtwerke Bonn (SWB) stehen vor einem tiefgreifenden personellen Umbruch in der Konzernführung. Am Dienstag, den 24. März 2026, erklärte Olaf Hermes seinen sofortigen Rücktritt als Vorsitzender der Geschäftsführung sowie als Geschäftsführer von SWB Energie und Wasser. Hermes, der das Amt seit Oktober 2022 innehatte, reichte dem Aufsichtsratsvorsitzenden David Lutz eine außerordentliche Kündigung ein. Dieser Schritt erfolgt überraschend, da die Stadtspitze erst kürzlich eine Vertiefung der Zusammenarbeit und eine vorzeitige Vertragsverlängerung in Aussicht gestellt hatte.

Hintergrund der Entscheidung sind die anhaltenden Diskussionen um die sogenannte „Hangelar-Affäre“ (wir berichteten mehrfach). In den vergangenen Monaten standen Vorwürfe bezüglich Compliance-Verstößen und Unregelmäßigkeiten im Fokus der öffentlichen und medialen Aufmerksamkeit. Ein Vorabbericht des Rechnungsprüfungsamtes (RPA) sowie interne Auseinandersetzungen über die Führungskultur und die Aufsichtsratsstrukturen belasteten die Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsführung und Teilen der Stadtverwaltung sowie der Politik erheblich.

In seiner persönlichen Stellungnahme begründet Hermes den radikalen Schritt mit einem irreparablen Vertrauensverlust. Zwar habe es kurzzeitig Signale für eine konstruktive Einigung gegeben, doch „neue Geschehnisse und zusätzliche Hintergründe“ hätten ihn zu der Überzeugung geführt, dass eine Fortführung seiner Tätigkeit nicht mehr möglich sei. Er sieht die notwendige Basis für ein professionelles Miteinander nicht mehr gegeben und zieht mit der sofortigen Niederlegung seiner Mandate die Konsequenz aus der Gesamtsituation.

Mit dem Rückzug des Konzernchefs soll laut Hermes der Weg für einen „unbelasteten Neuanfang“ bei den Stadtwerken frei gemacht werden. Für das kommunale Unternehmen bedeutet dies eine Phase der Neuorientierung in einer politisch angespannten Lage. Der SWB-Aufsichtsrat nun vor der Aufgabe, zeitnah eine Nachfolge zu regeln, um die Stabilität der Stadtwerke inmitten der laufenden Aufarbeitung der Compliance-Vorwürfe zu gewährleisten.

KOMMENTIEREN

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein