Männerbünde und unheilvolle Schatten – Leo Muscato zeigt „Otello“, Giuseppe Verdis späte Shakespeare-Vertonung, an...

In seiner Bonner „Otello“-Inszenierung verlegt Leo Muscato das Geschehen in ein beklemmendes Militärszenario des Jahres 1974 und verzichtet dabei weitestgehend auf historisierende Klischees. Das düstere Bühnenbild spiegelt die psychologische Enge der Figuren, während das Ensemble durch George Onianis stimmgewaltigen Verfall in der Titelrolle und Kathryn Henrys hochemotionale Desdemona berührt. Simone Piazzola agiert dazu als kühl-manipulativer Jago in einem dichten Spiel aus Macht und Intrige. Unter Dirk Kaftan entfaltet das Beethoven Orchester Bonn eine physisch spürbare Intensität.

Viele laufende Jecken beim größten Marathon Bonns

Bonn im Lauffieber: Der Deutsche Post Marathon 2026 brach am vergangenen Sonntag alle Rekorde.

Dynamik des Daseins – Das neue Varieté-Programm „Alive“ im GOP setzt ein Hoch auf...

In einem energetischen Bewegungsrausch wecken Artisten das Kind in uns: Die Inszenierung Alive – Das Leben spielt, eine Produktion von GOP showconcept, nutzt das Thema „Spielplatz“ als Metapher für das menschliche Leben. Rollschuh-Wirbel, rasante Luftkunst und lebendige Choreographien lassen während der Vorstellung den Puls der Zuschauer höherschlagen. Die Körperbeherrschung der Akteure, ihre fließende Eleganz und dynamische Präsenz reißen mit. Artistische Höhepunkte werden durch Comedy-Einlagen unterbrochen, in denen das Publikum Atem schöpft, herzlich lacht oder staunt.

Erwachen, Bewusstwerdung und Erleuchtung in Kriegszeiten – Uraufführung von Param Virs „Awakening“ an der...

An der Oper Bonn wurde "Awakening" vom indisch-britischen Komponisten Param Vir uraufgeführt. Das Werk erzählt den Werdegang des Prinzen Siddhartha Gautama zum ersten Buddha. Die Oper Bonn liefert ein klangmächtiges und suggestives, inszenatorisch stellenweise redundantes Werk, das die zeitlosen Fragen nach kultureller Identität und geistigem Widerstand stellt. Inmitten der hitzigen Diskussionen um die Zukunft der hiesigen Theaterlandschaft wirkt Param Virs Parabel über Verfall, Zerstörung und den Erhalt von Werten fast wie ein unfreiwilliger Kommentar zur Lage der Stadt: Während auf der Bühne Trümmer den Weg zur Erleuchtung ebnen, kämpfen Bürger und Politik vor der Tür um das Fundament der Bonner Kultur.

Belcanto-Rausch mit scharfen Klingen und spitzen Tönen – Matthew Wild zeigt Gioachino Rossinis „Der...

Das dargebotene Straßengeschehen scheint inspiriert von der Bonner Altstadt: Figuren fahren entlang eines Mehrparteienhauses mit E-Scootern über die Bühne. Aufgelockert wird das Geschehen bereits zu Anfang durch vier junge Hip-Hop-Tänzer. Hier verweist der junge, südafrikanische Regisseur Matthew Wild auf unsere Jetztzeit. Gioachino Rossini gilt als Meister des Belcanto, eine im 17. Jahrhundert entstandene italienische Gesangstechnik und Ästhetik, die den europäischen Operngesang prägte. Seine 1816 in Rom uraufgeführte Oper "Der Barbier von Sevilla" ist bis heute sein populärstes Werk.

Wir können uns ein Urteil erlauben – Kateryna Sokolova zeigt „Die Ameise“ von Peter...

Peter Ronnefelds lange vergessenes Werk "Die Ameise" wird an der Oper Bonn noch an zwei Abenden in einer beachtlichen Adaption von Kateryna Sokolova gezeigt. Die neue Einstudierung unter der musikalischen Leitung von Daniel Johannes Mayr entstand im Rahmen der 2023 mit dem Opera Award ausgezeichneten Reihe 'Fokus `33'.

Beethovenhalle nach neun Jahren Sanierung wiedereröffnet

Mit rund 1600 Gästen, darunter dem Bundespräsidenten, feierte Bonn die Wiedereröffnung der wichtigsten Konzerthalle.

Femizid auf Bonner Theaterbühne: Peter Konwitschny deutet „Die Frau ohne Schatten“ von Richard Strauss...

Am 25. November war der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, auch Orange Day genannt. UN-Kampagnen richteten sich hier in diesem Jahr gegen Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt. Peter Konwitschny zeigt in seiner Neuinszenierung von Richard Strauss’ Oper 'Die Frau ohne Schatten' patriarchales Denken, Frauen als hilflose, degradierte und ausgebeutete Opfer und Formen infamer Gewalt bis hin zu Tötungen von Frauen. Konwitschny legt das Augenmerk auf die Geschlechterkonflikte in der Vorlage.

Theater Bonn rewind: Eine Bilanz der Spielzeit 2024/2025 am heutigen Weltoperntag

Am heutigen 25. Oktober ist Weltoperntag: ein guter Zeitpunkt um eine persönliche, subjektive Bilanz zur zurückliegenden Opernsaison am Theater Bonn zu ziehen. Die Spielzeit 2024/2025 am Theater Bonn war mit die erfolgreichste Saison seit über 15 Jahren. Die hohe Auslastung lag auch an künstlerisch ambitionierten und mitreißenden Inszenierungen, die ich für die Sparte Oper nun gerne am Beispiel ausgewählter Produktionen Revue passieren lasse.

„Das war das große Babel.“ – Giuseppe Verdis „Nabucco“ an der Oper Bonn

In seiner 1842 in Mailand uraufgeführten politischen Choroper Nabucco (italienisch für Nebukadnezar) verkürzte Giuseppe Verdi die Handlung aus dem Alten Testament um den neubabylonischen König um 587 v. Chr. dramaturgisch stark. Der damals 28jährige jährige Komponist feierte mit seinem Frühwerk den internationalen Durchbruch. Die Erfolgsoper, die von Machtstreben, Gewalt, Verachtung, Liebe und Gefangenschaft handelt, scheint heute wieder höchst aktuell. Roland Schwabs Inszenierung der Oper feierte am 3. Oktober 2025 am Theater Bonn eine umjubelte Premiere.