Mit ei­nem bei­na­he eu­pho­ri­schen „Dan­ke, Euch al­len!“ mel­de­te sich Ashok-Alexander Srid­ha­ran Sonn­tag­abend um 19:19 Uhr auf Face­book. Es war kurz nach dem Mo­ment, als fest­stand, dass er mit ge­ra­de ein­mal 65 Stim­men der Stich­wahl ent­gan­gen ist und de­fi­ni­tiv der kom­men­de Ober­bür­ger­meis­ter der Bun­des­stadt Bonn wer­den wird.

Gesamtergebnis der Bonner OB-Wahl 2015
Ge­samt­ergeb­nis der Bon­ner OB-Wahl 2015 (Quel­le: Stadt Bonn)

Keine Überraschung

Die CDU stellt da­mit nach 21 Jah­ren wie­der den Bon­ner OB. Es ist nicht wirk­lich über­ra­schend, dass sich Srid­ha­ran durch­ge­setzt hat. Es hat aber durch­aus über­rascht, dass sein SPD-Kontrahent Ruhenstroth-Bauer so schlecht ab­schnitt und er mit dem Grü­nen Schmidt fast gleich­auf landete.

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Auf Srid­ha­ran war­ten gro­ße Auf­ga­ben. Die Lis­te mit Bon­ner Pro­ble­men ist sehr lang. Dem Ver­trau­ens­vor­schuss, den ihm 54.548 Bon­ne­rin­nen und Bon­ner ge­ge­ben ha­ben, müs­sen nun Ta­ten fol­gen. Der CDU-Mann hat wäh­rend des ge­sam­ten Wahl­kampfs den Fin­ger in die Wun­de ge­legt und sich die Kon­so­li­die­rung der Bon­ner Fi­nan­zen auf die Fah­nen ge­schrie­ben. Er möch­te die Stadt wie ein Un­ter­neh­men füh­ren, will Con­trol­ling ma­chen und ei­nen Zen­tral­ein­kauf ein­rich­ten. Die hoch ver­schul­de­te Stadt wie­der in Ord­nung brin­gen, das war sein zen­tra­les Thema.

Kommunale Kompetenzen

Wäh­rend un­se­res In­ter­views und auch bei an­de­ren Ge­le­gen­hei­ten hat­te ich nie den Ein­druck, er wüss­te auf ei­ne Fra­ge kei­ne Ant­wort. Zu je­dem The­ma hat­te er sich et­was zu­ge­recht­ge­legt, über­all ließ er er­ken­nen, dass er sich Ge­dan­ken ge­macht hat. Er war nicht der sym­pa­thischs­te Kan­di­dat, aber der ein­zi­ge, der wuss­te, dass die Zu­kunft Bonns auch mit di­gi­ta­len The­men zu tun hat. Bonn als at­trak­ti­ven Stand­ort vor­an­brin­gen, jun­gen Star­tups ei­nen Raum bie­ten, das soll­ten wich­ti­ge Auf­ga­ben in den kom­men­den fünf Jah­ren sein. Da­bei darf Srid­ha­ran aber nicht ver­ges­sen, dass auch wirt­schaft­lich un­ren­ta­ble Pro­jek­te den nö­ti­gen Un­ter­schied zu an­de­ren Städ­ten aus­ma­chen können.

Was Srid­ha­ran ver­mut­lich zu sei­nem Wahl­sieg ge­bracht hat, war sei­ne kom­mu­nal­po­li­ti­sche Kom­pe­tenz. Es gilt nun, sie für Bonn ein­zu­set­zen. Ich wün­sche ihm da­bei viel Erfolg.

Fo­to von Srid­ha­rans Facebook-Seite

20 Kommentare

  1. @schulze_ute Ha­be Pro­ble­me mit d. Ar­gu­men­ta­ti­on, dass Nicht­wäh­ler au­to­ma­tisch gg. d. Wahl­sie­ger sei­en. Aber ja, Po­li­tik­ver­druss ist wichtig.

  2. Was Sridha­ran ver­mut­lich zu sei­nem Wahl­sieg ge­bracht hat, war sei­ne kom­mu­nal­po­li­ti­sche Kom­pe­tenz.“ Streng­ge­nom­men müss­te das hei­ßen: „Was Sridha­ran zu sei­nem Wahl­sieg ge­bracht hat, war sei­ne ver­mu­te­te kom­mu­nal­po­li­ti­sche Kompetenz.“ ;)

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