(jk) Ei­gent­lich ist er in Asi­en und Afri­ka zu Hau­se. Mit wis­sen­schaft­li­chen Na­men heißt er Psit­t­a­cu­la krame­ri, zu deutsch: Hals­band­sit­tich. Der Gat­tungs­na­me „krame­ri“ geht zu­rück auf den in Deutsch­land ge­bo­re­nen aber in Ös­ter­reich wir­ken­den Na­tur­for­scher Wil­helm Hein­rich Kra­mer, der ihn erst­mals be­schrie­ben hat. Weil Alex­an­der der Gro­ße ihn vor mehr als 2.300 Jah­ren von Asi­en mit nach Grie­ßen­land brach­te, wird er auch als (Klei­ner) Alex­an­der­sit­tich bezeichnet.

Seit ei­ni­gen Jah­ren sieht man den grü­nen, ca. 40 cm gro­ßen Vo­gel ver­mehrt in der Rhein­schie­ne. Düs­sel­dorf, Köln, Bonn, Wies­ba­den und Hei­del­berg zäh­len zu den Hoch­bur­gen. 1967 sol­len die ers­ten Vö­gel in Köln ge­sich­tet wor­den sein. Ob sie aus­ge­setzt wur­den oder dem Köl­ner Zoo ent­flo­hen sind, ist un­klar. Sie ha­ben sich seit­dem kon­ti­nu­ier­lich ver­mehrt. Nach letz­ten of­fi­zi­el­len Schät­zun­gen im Jahr 2012 ist die Po­pu­la­ti­on der Hals­band­sitt­che in Deutsch­land auf rund 8.500 an­ge­wach­sen. An­de­re Schät­zun­gen ge­hen gar von rund 20.000 aus.

Der Hals­band­sit­tich in der bio­lo­gi­schen Systematik
Klas­se: Vö­gel (Aves)
Ord­nung: Pa­pa­gei­en (Psitt­a­ci­for­mes)
Fa­mi­lie: Ei­gent­li­che Pa­pa­gei­en (Psitt­a­ci­dae)
Un­ter­fa­mi­lie: Edel­pa­pa­gei­en (Psit­t­a­cu­li­nae)
Gat­tung: Edel­sit­ti­che (Psit­t­a­cu­la)
Art: Hals­band­sit­tich (Psit­t­a­cu­la krameri)

Auf der Liste der Neobiota

Als so­ge­nann­tes Neo­zoon (Neu­bür­ger) steht er auf der Lis­te der Neo­bio­ta. In die­ser Lis­te wer­den Pflan­zen und Tie­re ge­führt, die sich in ei­nem Ge­biet eta­bliert ha­ben, in dem sie zu­vor nicht hei­misch wa­ren. Un­ter an­de­rem geht es dar­um zu er­ken­nen, ob die­se Neu­bür­ger ne­ga­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf die he­mi­sche Fau­na und Flo­ra ha­ben. Be­set­zen die Hals­band­sit­ti­che et­wa die Nist­plät­ze der ein­hei­mi­schen Vo­gel­ar­ten oder ma­chen sie den an­de­ren Vög­len die Nah­rung streitig?

Zu­stän­dig für den grü­nen Vo­gel ist das Bun­des­amt für Na­tur­schutz in Bonn. Sel­ten schlägt die deut­sche Bü­ro­kra­tie je­doch so­fort zu. Erst ein­mal wird be­ob­ach­tet und do­ku­men­tiert. Bis­her ist der grü­ne Ein­wan­de­rer nicht ne­ga­tiv auf­ge­fal­len. Hei­mi­sche Ar­ten schei­nen nicht be­droht. Die­ser Auf­fas­sung ist auch der Na­tur­schutz­bund Na­bu in Ber­lin. An­ders sieht es da­ge­gen in Groß­bri­tan­ni­en aus. Al­lein in der Ge­gend um Lon­don gibt es rund 40.000 Hals­ban­dit­ti­che. Dort ist der Vo­gel zum Ab­schuss freigegeben.

Lebensgewohnheiten des Halsbandsittich

Der Hals­band­sit­tich wird 20 bis 30 Jah­re alt und ist et­wa 40 cm groß. Die Männ­chen wei­sen ein cha­rak­te­ri­sches Hals­band auf. Im 3. Jahr sind die Hals­band­sit­ti­che ge­schlechts­reif. Vor­zugs­wei­se brü­ten sie in Baum­höh­len in der Zeit von März bis April. Haupt­säch­lich er­näh­ren sich sich von Knos­pen, Rin­de, Früch­ten und Bee­ren. Aber auch In­sek­ten und Lar­ven ste­hen auf ih­rem Spei­se­plan. Na­tür­li­che Fein­de ha­ben sie so gut wie nicht. Nur vor Ha­bich­ten und Wan­der­fal­ken müs­sen sie auf­pas­sen, aber die kom­men in der Stadt eher sel­te­ner vor.

Halsbandsitiche im Schwarm
Meist ist der Hals­band­sit­tich nicht al­lein. Sie tre­ten fast im­mer in gro­ßen Scha­ren auf wie hier am Römerbad.

Wo ei­ner ist, sind an­de­re meist auch nicht fern. Häu­fig be­set­zen sie gan­ze Baum­kro­nen. Gut mehr als 100 Vö­gel kom­men dann zu­sam­men. In Bonn trifft man sie im­mer wie­der am Rö­mer­bad am Fu­ße der Friedrich-Ebert-Brücke (Nord­brü­cke) an. Aber auch am Bier­gar­ten Schänz­chen di­rekt ne­ben der Beet­ho­ven­hal­le und in Pop­pel­s­dorf sieht man sie re­gel­mä­ßig. Auf­fäl­lig ist ihr Flug. Wie an ei­ner Schnur ge­zo­gen schie­ßen die Vö­gel in 2 bis 3 Me­ter Hö­he auf ei­nen zu. Un­will­kür­lich zieht man den Kopf ein.

Der Bon­ner in­des scheint sich über die­sen exo­ti­schen Vo­gel nicht groß zu wun­dern. Auf ei­ne An­fra­ge bei der Bon­ner Feu­er­wehr, ob denn schon mal je­mand we­gen der grü­nen Pa­pa­gei­en an­ge­ru­fen hät­te, er­hielt ich die la­ko­ni­sche Ant­wort: „Nä, de Lück ro­fe im­mer nur an, wenn ne Kat­ze op d’m Da­ach ess … “

Ti­tel­bild: Tho­mas Scho­ch li­zen­siert un­ter CC BY-SA 3.0 über Wiki­me­dia Commons

4 Kommentare

  1. Toll, end­lich mal ein Ar­ti­kel über die „Pa­pa­gei­en“, die ich hier in Bonn so oft se­he – so­gar in der Streu­obst­wie­se vor un­se­rem Fens­ter. Ich fin­de die­se klei­nen Alex­an­der­sit­tiche voll sympathisch :)

  2. Hal­lo und fro­hes und ge­sun­des neu­es Jahr!
    Bei Spaz­tier­gän­gen mit un­ser­erm Hund in Trois­dorf Kriegs­dorf se­hen wir in ei­nem klei­ne Park an der Al­te Ucken­dor­fer Stras­se ein Pär­chen Hals­band Pa­pa­gei­en an ei­ner Baum Höh­le sit­zen . Sie wa­ren aber für ei­ni­ge Wo­chen nicht mehr da,aber heu­te sa­hen wir sie wie­der im Gar­ten ne­ben dem Park in ei­nem Ap­fel­baum sit­zen was uns sehr ge­freut hat!
    mfg
    Bernd & Ma­rie Lui­se und Zo­la (Hund)

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