Im Nor­den Bonns liegt der schö­ne Stadt­teil Auerberg.

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4 Kommentare

  1. Ha­ha­ha woh­nen wir im sel­ben au­er­berg ? Al­so ich ha­be ganz an­de­re er­fah­rung in bonn au­er­berg ich fin­de es ist ein eckel­haf­tes drecks­vier­tel und die leu­te sind al­le link und eckel­haft und je­der ist je­dem egal

  2. Gu­ten Tag, 

    ich ha­be die Sei­te mit gro­ßer Be­geis­te­rung ge­le­sen, denn auch ich stam­me aus Bonn-Auerberg und wur­de in die­sen Stadt­teil hineingeboren. 

    Die „al­ten Ge­schich­ten“ soll­ten nicht ver­lo­ren ge­hen, viel­mehr soll­te je­der sei­ne Ge­dan­ken und Er­in­ne­run­gen an die­sen schö­nen Stadt­teil nie­der­schrei­ben. Das möch­te auch ich heu­te tun, wenn es mir auch nur ge­lingt, kur­ze Epi­so­den anzusprechen.

    In Au­er­berg zu woh­nen emp­fand ich im­mer als ein „in der Hei­mat“ sein. Ein Ort der Ge­bor­gen­heit und des Mit­ein­an­ders, und das im po­si­tivs­ten Sinne!
    Hier wa­ren – zu­min­dest auf dem ur­sprüng­li­chen Teil Au­er­bergs – die Nach­barn nicht nur die Fa­mi­li­en, die un­mit­tel­bar in der Dop­pel­haus­hälf­te oder im nächs­ten Haus leb­ten, son­dern wir al­le wa­ren ir­gend­wie „Nach­barn“, auch wenn der ei­ne oder an­de­re in ei­ner der an­gren­zen­den Stra­ßen wohnte!

    Je­der grüß­te je­den und wenn ei­ner in ei­nem Au­to vor­bei­fuhr, dann wink­te man sich zu­min­dest zu oder nick­te freund­lich mit dem Kopf.

    Die äl­te­ren Da­men, die man so kann­te, nann­te man noch respekt- und lie­be­voll „Tan­te …“. Und ich hat­te gleich meh­re­re davon!
    Ei­ne war „Tan­te El­se“. Ei­ne Frau, die ich als ei­ne Da­me mit gü­ti­gen Au­gen emp­fand. Die ich als klei­nes Kind als äl­te­re Da­me er­leb­te, die in ei­nem Haus, auf der Flens­bur­ger Stra­ße wohn­te, und aus Stof­fen die für mich wirk­lich al­ler schöns­ten Kos­tü­me schnei­dern konnte.
    Mit viel Lie­be und Ge­duld zeig­te sie mir, wie man ei­ne Näh­ma­schi­ne be­dient. Und so näh­te sie mir ein­mal, als ich ein Tanz­ma­rie­chen der „Stern­schnup­pen“ war, für ei­nen Auf­tritt ein Kos­tüm in Sil­ber mit hell­blau­en Or­na­men­ten, was ei­ne Ha­rems­da­me dar­stell­ten sollte. 

    Und aus ei­ner lee­ren run­den Haribo-Dose/Kunststoffverpackung fer­tig­te sie mit ge­schick­ten Hän­den mir ei­nen klei­nen Hut, den sie aus dem glei­chen Stoff um­klei­de­te und mit ei­nem von ei­ner Fe­der be­setz­ten Straß­stein beklebte.
    Sie ver­moch­te et­was Be­son­de­res zu er­schaf­fen und mit die­sem Kos­tüm mei­ne Ge­dan­ke auf die aben­teu­er­lichs­ten Rei­sen zu füh­ren und mach­te mei­nen klei­nen Auf­tritt für mich zu ei­nem Erlebnis!

    Und zu St. Mar­tin „durf­ten“ wir un­se­re Mar­tins­lie­der bei ihr ganz bis zum En­de sin­gen, be­vor es die bun­ten „Kar­mel­le“ gab, die wir Kin­der dort, wie auch in vie­len an­de­ren Häu­sern, nach dem Zug schnör­zen konn­ten. Al­ler­dings wa­ren die an­de­ren Leu­te, bei de­nen wir die Mar­tins­lie­der san­gen, oft ein we­nig schnel­ler, die be­gehr­te Scho­ko­rie­gel, Bon­Bons und La­krit­ze an uns Kin­der zu ver­tei­len. Aber mir mach­te das nichts, denn ich freu­te mich da­mals über je­des er­schnörz­te Teil, was wir von den vie­len und im­mer sehr groß­zü­gig ge­ben­den „Nach­barn“ bekamen.

    Und üb­ri­gens, als ich dann äl­ter war, viel mir auf, dass die „Er­wach­se­nen“ und die, die sich da­für hiel­ten, oft kei­ne Kar­mel­le mehr be­ka­men, son­dern ei­nen Schnaps. Das hielt so man­cher na­tür­lich nicht über meh­re­re Stra­ßen durch. Aber das ist ei­ne an­de­re Ge­schich­te, die ein­mal, so möch­te ich hier ver­ra­ten, mit ei­nem ein­sa­men Lied „Gro­ßer Gott – wir lo­ben Dich“ vor dem Kreuz, was vor der St. Bernhard-Kirche steht, endete …

    Auch er­in­ne­re ich mich in mei­nen frü­hes­ten Jah­re, z. B. an den Eis Sepp, un­ser „Eis­mann“, wie er täg­lich mit ei­nem – ich glau­be es war ein um­ge­bau­tes – Mo­fa mit ei­nem gro­ßen Kas­ten vorn, durch die Stra­ßen fuhr und gleich in der Flens­bur­ger Stra­ße hielt.
    Him­mel­blau und Weiß war sein Fahr­zeug und ich er­in­ne­re mich auch an die sil­ber­far­bi­gen Plat­ten, die den Kühl­be­reich ab­deck­ten und den Schrift­zug auf den Seitenwänden.

    Wir Kin­der hör­ten das Ge­räusch sei­nes Mo­fas oft schon vom Gar­ten aus, wo wir spiel­ten, kurz be­vor er um die Ecke bog und an­hielt. Und lie­fen – so­gleich rein ins Haus zur Mut­ter, oder Oma, um ein paar Gro­schen zu be­kom­men und das Geld – so­fort – in das ach so ge­lieb­te und schon sehn­lich er­war­te­te Eis zu in­ves­tie­ren. Herr­lich, zwei Ku­geln im Hörn­chen oder im Be­cher; Kin­der­glück vom Feinsten!

    Es gibt so vie­le Er­in­ne­run­gen an den Au­er­berg, schö­ne, be­we­gen­de und span­nen­de Er­in­ne­run­gen, die es Wert sind, sie zu be­wah­ren und zu erzählen. 

    Dort auf­ge­wach­sen zu sein, ist für mich rück­bli­ckend et­was Be­son­de­res, denn ich konn­te mich als Kind dort wohlfühlen.

    In­zwi­schen bin ich 55 Jah­re, doch auch das Ge­sicht vom „Eis­mann“, wie wir ihn nann­ten, wer­de ich nie ver­ges­sen. Er trug oft ei­ne strah­lend Wei­ße Ja­cke und ein klei­nes wei­ßes Schiff­chen auf dem Kopf und hat­te im­mer ein Lä­cheln, wenn mir Kin­der, im­mer wie­der mit nack­ten Fü­ßen, auf dem hei­ßen Asphalt tän­zel­ten, weil wir es – wie so oft – so ei­lig hat­ten, an den Eis­wa­gen zu kom­men, dass wir es ein­fach ver­ga­ßen, rasch ein paar Schu­he anzuziehen.

    Ob auf der Flens­bur­ger Stra­ße, der Al­len­stei­ner Stra­ße, der Saar­brü­ckener Stra­ße und bis hin­ter die Stra­ßen, rund um die St. Bern­hard Kir­che, wir al­le wa­ren „Kin­der“ des Auerbergs. 

    Die Köln­stra­ße war dann schon ei­ne „rich­tig gro­ße Stra­ße“ für uns Kin­der, und doch führ­te sie uns Rich­tung In­nen­stadt Bonn oder nach Busch­dorf oder Hersel …

    Wir spiel­ten auf der Saar­brü­ckener Stra­ße, in den Fel­dern und am Heiligen-Häuschen.
    Gern auch im al­ten Bahn­damm, in dem schon Jah­re kei­ne Zü­ge mehr fuhren. 

    Ich er­in­ne­re mich, dass wir fast von den Au­tos un­ge­stört auf der Stra­ße spie­len konn­ten. Die Saar­brü­ckener Stra­ße war schon da­mals ei­ne Al­lee, aber die Bäu­me wa­ren na­tür­lich noch viel klei­ner wie heute.

    Im Som­mer wa­ren noch Roll­schu­he an­ge­sagt und die Jungs ha­ben dann ir­gend­wann ih­re Fahr­rä­der fürs ers­te Mo­fa eingetauscht. 

    Wir bau­ten im Som­mer, als Ju­gend­li­che in ei­ner Cli­que, ei­ne Hö­he in ei­ne der Sei­ten­wän­de des be­sag­ten Bahn­damms. Die Jungs ha­ben mit Holz­bal­ken die De­cke so gut es ging ab­ge­stützt und wir Mä­dels ha­ben sie da­für „noch ganz brav“ mit Co­la versorgt … 

    Im Win­ter sind wir Schlit­ten ge­fah­ren. Wir hat­ten al­le Schlit­ten aus Holz, vorn mit ei­nem di­cken Draht zwi­schen den vor­de­ren Ab­schlüs­sen und dar­an be­fes­tigt war ei­ne di­cke Kor­del, da­mit man den Schlit­ten be­quem hin­ter sich her­zie­hen konnte.
    Wir Kin­der ha­ben un­se­re Schlit­ten auf dem Ver­bin­dungs­weg in den Fel­dern zwi­schen Busch­dorf und Grau­rhein­dorf, kurz be­vor der Weg sich vor dem Heiligen-Häuschen ab­senkt, hin­ter­ein­an­der auf­ge­reiht, uns auf den ei­ge­nen Schlit­ten ge­legt und die Fü­ße beim Hin­ter­mann vorn in sei­nen Schlit­ten ein­ge­hackt, so dass sich ei­ne lan­ge Schlan­ge von Schlit­ten ver­bun­den hat.
    Dann ha­ben wir uns al­le mit un­se­ren Woll­hand­schu­hen ab­ge­sto­ßen und sind mit lau­tem Ge­tö­se den Weg her­un­ter, bis wir – nach ei­ner tol­len Fahrt – im Feld zum ste­hen kamen.
    Oder – die Mu­ti­gen un­ter uns – fuh­ren vom obe­ren Hü­gel am Hei­li­gen Häus­chen di­rekt „über den Hub­bel“ ins Feld hin­un­ter. Ei­ne sehr kur­ze, aber ra­san­te Fahrt, wie nach­dem, wo man star­te­te! Ab und an gab es klei­ne Ver­lus­te und so man­cher, der toll­kühn quer fuhr, kam zu Fall. Der Hü­gel war an der lin­ken Sei­te stei­ler als an der Rech­ten und so war man eben – je nach Start­po­si­ti­on – manch­mal auch noch schnel­ler unterwegs … 

    Es gibt vie­le schö­ne Er­in­ne­run­gen, die ich mit dem Au­er­berg in Bonn verbinde. 

    Und ich hof­fe, ich kann noch die ei­ne oder an­de­re erzählen.

    Nun aber möch­te ich mich hier ver­ab­schie­den und wün­sche uns al­len noch vie­le wei­te­re Ge­schich­ten rund um den Auerberg.

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