Das Por­tal „Bonn für al­le“ stellt je­den Tag ei­ne Nach­richt über Bonn in Leich­ter Spra­che zur Ver­fü­gung. Be­trei­be­rin Ni­co­le Pop­pen­hä­ger be­schreibt, war­um sie Leich­te Spra­che gut fin­det und wie es zu „Bonn für al­le“ ge­kom­men ist.

Ein Grund, war­um ich Leich­te Spra­che gut fin­de: Ich mag Bin­de­stri­che. Es stört mich, wenn sie feh­len. Zum Bei­spiel bei Bür­ger Bund Bonn oder so. Sind sie vom Aus­ster­ben be­droht? Im Wirtschafts-Denglisch sieht es je­den­falls oft da­nach aus.

Aber nun ha­ben ja ver­nünf­ti­ge Men­schen die Leich­te Spra­che er­fun­den. Und die ver­hilft dem Binde-Strich wie­der zu neu­em Auf-Schwung. Das sieht so ge­häuft manch­mal merk­wür­dig aus, muss ich zu­ge­ben. Ich weiß auch im­mer noch nicht recht, wie ich das Schreib-Problem et­wa bei Na­men von Bon­ner Plät­zen lö­sen soll. „Münster-Platz“ wä­re Leich­te Spra­che, aber auf Stra­ßen­schil­dern sieht das Wort eben an­ders aus.

Da­mit wä­ren wir auch schon bei mei­ner Sei­te: Bonn für alle

Screenshot Bonn für alle
Die Start­sei­te von „Bonn für alle“

Das ist so ein Ex­pe­ri­ment, von dem ich noch nicht weiß, wo­hin es mich füh­ren wird. Es macht mehr Ar­beit, als ich dach­te. Aber sehr viel Spaß. Lang­sam tas­te ich mich auch an die Ziel­grup­pen von Leich­ter Spra­che her­an. Das sind ja zu­nächst ein­mal Men­schen mit Lern­be­hin­de­run­gen. Ei­ni­ge hier in Bonn las­sen sich ge­ra­de als Prü­fer für Leich­te Spra­che aus­bil­den und wol­len sich die Sei­te an­se­hen. Auf das Tref­fen bin ich sehr ge­spannt. Viel­leicht be­kom­me ich von der Prüf­grup­pe das „Okay, es ist wirk­lich Leich­te Spra­che“. (Zwi­schen „Leich­ter Spra­che“, „leich­ter Spra­che“ und „ein­fa­cher Spra­che“ zu un­ter­schei­den, ist üb­ri­gens nicht ganz … leicht ;)

In die­sen Ta­gen (und in den nächs­ten Jah­ren) ver­än­dert sich un­se­re Ge­sell­schaft ja ge­wal­tig. Ich ver­mu­te, An­ge­bo­te für Men­schen mit ge­rin­gen deut­schen Sprach­kennt­nis­sen oder ge­rin­ger Bil­dung über­haupt wer­den im­mer wich­ti­ger. Auf die­sem Ge­biet muss man dann auch ein­fach mal her­um­ex­pe­ri­men­tie­ren und da­bei selbst ler­nen, was wie an­kommt. Das tu ich mit mei­ner Gram­ma­tik in leich­ter Spra­che (die hof­fent­lich ei­nen Ver­lag fin­det) und mit Bonn für al­le.

Text: Ni­co­le Poppenhäger
Bild: Shut­ter­stock

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