Badespaß für Jung und Alt – GOP Bonn eröffnet neue Show WET

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Bei som­mer­li­chen Tem­pe­ra­tu­ren ver­bringt man den Abend ei­gent­lich lie­ber im Frei­en und am bes­ten noch im küh­len Nass. Dass es auch an­ders geht, zeigt seit ges­tern das Varieté-Theater GOP Bonn. Di­rek­to­rin Ju­lia Frei­er hat mit der Show WET das küh­le Nass für die nächs­ten Wo­chen in das Bon­ner Bun­des­vier­tel geholt.

WET im GOP Bonn: Jutta Koch und Anton Belyakov auf der Bühne (Foto: Vaclav Demling)
WET im GOP Bonn: Jut­ta Koch und An­ton Belya­kov auf der Büh­ne (Fo­to: Va­clav Demling)

Noch be­vor es los­geht, darf Cor­ne­lia Froboess vom Band ih­ren 1950-er-Jahre Hit Pack die Ba­de­ho­se zum Bes­ten ge­ben. Dann geht der Vor­hang auf und die, oh­ne die in den nächs­ten zwei Stun­den nichts geht, ist gleich mehr­fach auf der Büh­ne zu se­hen: Es ist die klas­si­sche, wei­ße Ba­de­wan­ne. Das an­sons­ten eher we­nig be­ach­te­te Be­hält­nis zur Kör­per­pfle­ge dient dem acht­köp­fi­gen En­sem­ble aus Ko­mi­kern, Sän­ge­rin­nen und Akro­ba­ten als Ge­gen­stand für al­ler­lei mög­li­che und un­mög­li­che Showeinlagen.

Die Zu­schau­er kom­men gleich zu Be­ginn auf ih­re Kos­ten und er­hal­ten auch in den hin­te­ren Rei­hen ein paar Was­ser­sprit­zer gra­tis. Im wei­te­ren Ver­lauf kommt das Ele­ment des Abends al­ler­dings spär­lich zum Ein­satz – die Wan­ne bleibt im­mer wie­der tro­cken. Die Show lei­det ins­ge­samt et­was un­ter Tro­cken­heit, was die Künst­le­rin­nen und Künst­ler mit ih­ren atem­be­rau­ben­den Fä­hig­kei­ten aber mehr als wie­der wet(t) machen.

Das Pu­bli­kum je­den­falls geht voll mit, vor al­lem, als sich kurz vor der Pau­se Handstand-Akrobat An­ton Belya­kov als per­fek­ter Be­herr­scher von Was­ser, Wan­ne und ei­ge­nem Kör­per zeigt. Re­gie, Licht, Mu­sik und Ar­tist sind in die­ser Per­for­mance ge­nau auf­ein­an­der ab­ge­stimmt. Die Zu­schaue­rin­nen und Zu­schau­er gou­tie­ren den Hö­he­punkt des Abends mit gro­ßem Applaus.

WET im GOP Bonn: Handstand-Akrobat Anton Belyakov (Foto: Vaclav Demling)
WET im GOP Bonn: Handstand-Akrobat An­ton Belya­kov (Fo­to: Va­clav Demling)

Sympathieträger Adem Endris jongliert sich in die Publikumsherzen

Die zwei­te Hälf­te be­ginnt mit ei­nem ge­fäl­li­gen Wischmopp-Ballett. Über­haupt macht der Wech­sel aus Kör­per­be­herr­schung und hu­mo­ris­ti­schen Ein­la­gen die Show zu ei­nem kurz­wei­li­gen Varieté-Vergnügen. Die Dar­stel­le­rin­nen und Dar­stel­ler ha­ben sicht­lich Spaß an der Sa­che. Be­son­ders merkt man das Jon­gleur Adem End­ris an, der das Pu­bli­kum in sei­ne „Boun­cing“ ge­nann­te Kunst ein­bin­det und sich den Sym­pa­thien von Jung und Alt si­cher sein kann.

Da­zwi­schen gibt es im­mer wie­der Ge­sangs­ein­la­gen von Jut­ta Koch, die in ih­ren Auf­trit­ten hu­mo­ris­tisch 300 Jah­re Mu­sik­ge­schich­te zi­tiert. Das geht von Mo­zart über Hän­del, Schu­man, Schön­berg bis zu den Beat­les. Leicht­lus­ti­ge Un­ter­hal­tung, bei der in Bonn nur noch Lud­wig van Beet­ho­ven fehlt.

Für den zwei­ten Hö­he­punkt des Abends sorgt Da­ni­el Stern an den Stra­pa­ten. Und auch hier kommt – end­lich – wie­der je­de Men­ge Was­ser von der De­cke. Da­von hät­te man sich mehr ge­wünscht, aber es ist Kla­gen auf ho­hem Ni­veau. Am En­de der rund zwei­stün­di­gen Show ist das Pu­bli­kum je­den­falls in bes­ter Stim­mung. Mehr kann sich ein Varieté-Theater ei­gent­lich nicht wünschen.

Abstimmung neben der Bühne noch ausbaufähig

So per­fekt die Cho­reo­gra­fien auf der Büh­ne sind, so we­nig ab­ge­stimmt schei­nen die Hand­grif­fe im gas­tro­no­mi­schen Be­reich zu sein. Seit der Er­öff­nung des GOP am Stand­ort in Bonn im ver­gan­gen Sep­tem­ber gab es hier of­fen­bar noch we­ni­ge Fort­schrit­te. Das Per­so­nal ist äu­ßerst freund­lich und zu­vor­kom­mend, stellt sich je­doch erst spät am Tisch vor, wo­bei die Be­stel­lung der Ge­trän­ke schief­läuft und letzt­lich fast ei­ne hal­be Stun­de dau­ert. Das aber ist an ei­nem an­sons­ten per­fek­ten Abend nur ein klei­ner Wer­muts­trop­fen in ei­nem an­sons­ten un­ge­trüb­ten Badespaß.

Ti­ckets für WET im GOP Varieté-Theater Bonn gibt es von 29 bis 54 Eu­ro, wo­bei Kin­der in den NRW-Sommerferien in Be­glei­tung ei­nes zah­len­den Er­wach­se­nen frei­en Ein­tritt haben.

 

Of­fen­le­gung: Ich wur­de zu­sam­men mit ei­ner Be­glei­tung zu der Show in­klu­si­ve Drei­gän­ge­me­nü ein­ge­la­den. Ob und wie ich zu be­rich­ten ha­be, wur­de mir nicht vorgeschrieben.

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