Mega-Wetter, beste Stimmung, ein friedliches Miteinander und großartige (Rock-)Bands die den Namen verdienten machten die Rockaue 2017 zu einem rundum gelungenen Open-Air Festivaltag. Allein: Ein paar Besucher hätten es wohl mehr sein können.

Doch von vorne: Das neue Konzept, drei Bühnen auf die große Wiese zu stellen, funktioniert wunderbar. Kurze Wege und ein klar abgestecktes Musikspektrum erleichtern die Orientierung bei 29 Bands und 12 Stunden Live-Musik.

Es gab nur noch einen Haupteingang, den die Veranstalter – aus Nähe zur U-Bahn – auch auf die großen Wiesen verlegten. Der erste Eindruck im Laufe des Nachmittages wurde später bestätigt: Mit 10.000 Besuchern kamen nochmal einige viele Besucher weniger als im vergangenen Jahr. Der Vorteil: die Verpflegung an den Ständen klappte ohne lange Wartezeiten, Stehpositionen nah an der Bühne waren wenn gewollt unkompliziert zu erreichen und auch die Toilettennutzung ging zügig von statten.

Das Programm lies keine Wünsche offen – steht man denn auf eher rockige bis härtere Klänge. Dies war auch im Vorfeld durch die Veranstalter kommuniziert worden. Pop und Elektro raus, Rock, Heavy und Metal rein. So hatte auch die Hard n‘ Heavy Stage würdige Acts zu verzeichnen.

Auf der Main Stage wurde es mit der Kyle Gass Band ab 17.40 Uhr interessanter. Im Vorprogramm durfte der Deutsche Meister der Luftgitarre sein Können beweisen. David Lang aus Bad Neuenahr nutze die Gelegenheit, seine „Sportart“ bekannter zu machen. Eines steht fest: Bei heißen Temperaturen und Muskel-Anzug-Oberteil ist dies eine schweißtreibende aber unterhaltsame Betätigung.

Es folgte ebendieser Kyle Gass, bessere Hälfte von Tenacious D um Jack Black. Die eher ruhigeren getragenen Gitarren waren um diese Zeit genau das Richtige und Kyle kam sofort gehörig ins Schwitzen.

Als bei Blues-Pills-Sängerin Elin Larsson die Stimme nach 30 Minuten versagte wurde es bitter für Danko Jones Fans (wie ich es z.B. bin). Man ließ die nachfolgenden Acts einfach früher losspielen, was dazu führte, dass viele Besucher schlichtweg zu spät kamen und nur noch maximal das halbe Set der großartigen Band aus Kanada erleben konnten. Minuspunkt.

Auf der Heavy Stage ging es ohne Programmverschiebungen im wahrsten Sinne des Wortes Schlag auf Schlag. Any given Day, Heisskalt, Massendefekt und schließlich Callejon (alles witziger Weise Deutsche Vertreter des Rock-Metal Genres) liesen es so richtig krachen. Gut, dass die Feuerwehr zwischenzeitlich die Besucher der ersten Reihen abkühlte.

Callejon hätte sicherlich mehr Zuhörer verdient, doch der eindeutige Hauptact des Tages auf der Main Stag – In Extremo – versammelte vor Ihrer Bühne 2/3 der Zuschauer und bot eine hervorragende Show.

Man darf hoffen, dass die Veranstalter um Rockauen-Organisatorin Maria Hülsmann, trotz der negativ zu bewertenden Zuschauerzahlen am Konzept und einer Durchführung in 2018 festhält. Keep on rocking!

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