Tweetup #Kriegsende im Haus der Geschichte

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Ge­schich­te le­ben­dig zu ma­chen ist ei­ne schwie­ri­ge Auf­ga­be. Vor al­lem die Zeit des Drit­ten Rei­ches wird zwar im­mer wie­der the­ma­ti­siert, bleibt aber all­zu oft ein fer­nes The­ma, das kaum Be­rüh­rungs­punk­te mit dem ei­ge­nen Le­ben bie­tet. Die­ses Sche­ma auf­zu­kna­cken und zu zei­gen, dass die schreck­li­chen Er­eig­nis­se auch kon­kre­te Fol­gen für das All­tags­le­ben der Men­schen hat­ten, für un­se­re El­tern und Groß­el­tern, ist ei­ne Auf­ga­be des Twitter-Projekts @digitalpast.

@digitalpast zeich­net in Echt­zeit Sta­tio­nen aus den letz­ten Mo­na­ten des Zwei­ten Welt­kriegs nach. Be­drü­cken­de In­for­ma­tio­nen und gro­ße Mei­len­stei­ne die­ser Zeit wer­den im­mer wie­der durch­setzt von All­tags­in­for­ma­tio­nen, die zei­gen sol­len, wie das Le­ben vor 70 Jah­ren war. Spä­tes­tens in den letz­ten Mo­na­ten des Krie­ges und nach der Ka­pi­tu­la­ti­on Deutsch­lands er­reich­ten schließ­lich die Schre­cken der Aus­ein­an­der­set­zun­gen auch die letz­ten Einwohner.

Das am­bi­tio­nier­te Pro­jekt der His­to­ri­ker Chris­ti­an Gie­se­ke, Mo­ritz Hoff­mann, Char­lot­te Jahnz, Pe­tra Ta­ba­rel­li und Mi­cha­el Schma­len­s­tro­er wird auch mit ei­nem Buch be­glei­tet. In „Als der Krieg nach Hau­se kam“ wer­den Hin­ter­grün­de auf­ge­zeigt und In­for­ma­tio­nen ein­sor­tiert, die nicht in 140 Twit­ter­zei­chen passen.

Tweetup im Haus der Geschichte

Am Sonn­tag gab es zum Buch und zum Twit­ter­ac­count ein Tweet­up im Haus der Ge­schich­te in Bonn. Rund 70 In­ter­es­sier­te wohn­ten zu­nächst in zwei Grup­pen ei­ner et­wa halb­stün­di­gen Füh­rung durch die Aus­stel­lung bei. An­schlie­ßend in­ter­view­te Dr. Ruth Ro­sen­ber­ger (wis­sen­schaft­li­che Lei­te­rin Online-Redaktion Haus der Ge­schich­te) Char­lot­te Jahnz und Mo­ritz Hoff­mann zu dem Pro­jekt und den Be­gleit­um­stän­den, ge­mein­sam wur­den Tweets ver­le­sen. Es gab vie­le Er­kennt­nis­se, zum Beispiel:

https://twitter.com/geschichtlerin/status/594817895403790336

Ins­ge­samt ei­ne rund­um ge­lun­ge­ne Ver­an­stal­tung mit Bei­spiel­cha­rak­ter. Der über­ra­schend gro­ße Zu­spruch, der über die Er­war­tun­gen der Ver­an­stal­ter hin­aus ging, zeigt nicht nur, wie gut das For­mat Tweet­up ge­ra­de bei jün­ge­ren Be­su­chern funk­tio­niert, son­dern auch, wie es das@digitalpast-Pro­jekt schafft, ei­nen wich­ti­gen Teil der Ge­schich­te le­ben­dig wer­den zu lassen.

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