Nothaushalt, WCCB verkauft: "Es sind alarmierende Zeichen"

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Po­le­misch ging es am Don­ners­tag im Stadt­rat zu, hart die Spre­cher der Frak­tio­nen mit­ein­an­der ins Ge­richt. Zwei The­men be­herrsch­ten die meh­re­re Stun­den lan­ge Sit­zung: Der Not­haus­halt, und der Ver­kauf des WCCB.

Bonn ist plei­te! Da­bei ste­hen die Zei­chen so güns­tig wie nie in Bonn: Den Bür­gern ge­he es ei­gent­lich gut, die Stadt ist le­bens­wert. Doch bei den Schul­den steht Bonn kaum bes­ser da als Grie­chen­land. Auch Stadt­käm­me­rer Lud­ger San­der rief auf, die Kon­so­li­die­rung auf den Weg zu brin­gen – an­sons­ten sei dies un­mög­lich. „Die Kon­junk­tur war lan­ge nicht so güns­tig wie jetzt,“ sprach er, setz­te hin­zu, dass die Stadt nur we­ni­ge Mit­tel ha­be. Und das sei ei­ne Er­hö­hung der Grund- und Ge­wer­be­steu­er. Die hat­te die Stadt als Lö­sung un­ter dem Be­griff „Bür­ger­pau­scha­le“ in der Öf­fent­lich­keit propagiert.

Der an­de­re Be­reich, Aus­ga­ben­re­du­zie­rung, sei sehr schwie­rig. „Das muss man gründ­lich vor­be­rei­ten“, er­klär­te San­der. Und warn­te:  „Wir sind ei­ne der höchs­ten ver­schul­de­ten Kom­mu­nen in NRW bei den Kas­sen­kre­di­ten. Wenn die Zin­sen dann stei­gen, ist das ab­so­lu­ter Sprengsatz.“

Mit Kas­sen­kre­di­ten fi­nan­ziert die Kom­mu­ne ih­re kurz­fris­ti­gen Aus­ga­ben, bleibt da­mit li­qui­de und be­zahlt Rech­nun­gen. Oft nut­zen die Ge­mein­den und Städ­te in­zwi­schen die­ses Mit­tel auch zur Fi­nan­zie­rung des Haus­hal­tes – so ent­stan­den ho­he Ber­ge an Schattenschulden.

Die schwarz-grüne Rats­mehr­heit stimm­te er­war­tungs­ge­mäß für ih­re Vor­la­ge. Kern­punkt: Ei­ne Re­du­zie­rung der Zu­schüs­se , so­fern mög­lich, um 10 Pro­zent, lee­re Stel­len blei­ben zwölf Mo­na­te un­be­setzt, ein mo­nat­li­ches Con­trol­ling soll ab Ju­li 2014 statt­fin­den.  Und: Al­le Kon­ten­grup­pen blei­ben zu­guns­ten der Käm­me­rei ge­sperrt. Die Käm­me­rei soll so in bei­den Jah­ren rund 60 Mil­lio­nen Eu­ro einsparen.

Wie das ge­sche­hen soll, bleibt der Käm­me­rei über­las­sen. Ge­nüss­lich nahm Mi­cha­el Fa­ber (LIN­KE) die­se For­de­rung aufs Korn. So schie­be man die Zu­stän­dig­keit auf die Ver­wal­tung, kön­ne  hin­ter­her im­mer den Kopf schüt­teln und sich fra­gen, war­um es die Ver­wal­tung nicht ge­schafft habe.

Zu­dem wi­der­sprach Nimptsch al­len Rück­tritts­for­de­run­gen: „Ich bin für 6 Jah­re ge­wählt, für vier­ein­halb bin ich nicht angetreten.“

Der Knack­punkt der Rats­sit­zung war der Ver­kauf der Bau­rui­ne WCCB. Mit Mehr­heit be­schloss der Rat in na­ment­li­cher Ab­stim­mung un­ter Aus­schluss der Öf­fent­lich­keit den Ver­kauf des als Ho­tel ge­plan­ten Hoch­haus­turms an den Bon­ner In­ves­tor Jörg Haas. Er be­treibt be­reits das Kameha-Hotel bei Ra­mers­dorf.  Die CDU ent­hielt sich da­bei – lie­ber hät­te sie die Ab­stim­mung um ei­ni­ge Zeit vertagt.

Da­mit ist Bonn zwar bald die teu­re Bau­stel­le im Bun­des­vier­tel los – es bleibt aber Un­si­cher­heit zu­rück. Denn vor­mals war an­ge­dacht, mit den Ho­tel­ein­nah­men den Kon­fe­renz­be­trieb quer zu sub­ven­tio­nie­ren. Das fällt nun weg.

 

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