Foto: Sebastian Derix
Sportfreundesänger. Foto: Sebastian Derix

Rund 3.500 Zuschauer haben am Dienstagabend den Weg auf den Bonner Kunst!Rasen gefunden. Die Sportfreunde Stiller hatten zur inoffiziellen Europameisterschaftsfeier geladen. Im Schlepptau hatten sie die Steaming Satellites, eine Band aus Salzburg, und die Gebrüder Madsen mit Begleitung. Erfreulicher weiterer Gast an diesem Abend: die Sonne.

Sportfreunde Stiller stellten durch ihren Auftritt einmal mehr dar, dass sie an Präsenz und musikalischem Können in den vergangen Jahren nichts eingebüßt haben. Trotz längerer Schaffenspause und wenigen neuen Songs, aber umso mehr zur Freude des mit ihnen gereiften Publikums, spielten sie gekonnt ihre gängigen deutschen Rock-Pop-Songs zum mitsingen.

Foto: Sebastian Derix
Madsen. Foto: Sebastian Derix

Dass es der Band auch nicht an neuen Ideen fehlt, bewiesen sie mit einem bandinternen Instrumentenwechsel. Der Frontsänger Peter Brugger platzierte sich am Schlagzeug und Schlagzeuger Flo Weber übernahm das Mikro, zum Erstaunen und zur Begeisterung der Konzertbesucher. Ihre Nähe zum Sport bzw. Fußball verliehen sie nicht nur durch ihren 2006er WM-Song „54, 74, 90,…“ (hier in EM-Version) Ausdruck, sondern zogen das begeisterte Publikum mit ihrem durch die isländische Nationalmannschaft inspirierten Klatschjubel in ihren Bann. Die Kommunikation mit dem Publikum war sympathisch, die Atmosphäre – nicht nur wetterbedingt – sonnig und leicht.

Die Brüder aus dem Hause Madsen verstanden es zwar auch durch ihre musikalische Perfektion zu überzeugen, dennoch fehlte es an Spannung und neuen Ideen. Ihre eigenen Songs unterbrachen sie mit anderen Songs, wodurch der Funke leider nicht ganz übersprang und die Zuhörer teils irritiert zurückließen. Die Freude im Publikum über bekannte Songs wie „Die Perfektion“ und „Vielleicht“ war trotzdem ungetrübt und durch den Mitgesang zu spüren.

Foto: Sebastian Derix
Foto: Sebastian Derix

Anders als erwartet, klang die Musik der Salzburger Band Streaming Satellites nicht nach dem, was in den letzten Jahren und Monaten aus Österreich zu uns in die Charts überschwappte. Sie passten mit ihrem Indie-Genre auch nicht ganz in das musikalische Konzept des Abends, stellten aber ziemlich schnell ihren Hörenswert dar und ließen keine Wünsche bezüglich ihrer Professionalität übrig. Die bemerkenswerte und kraftvolle Stimme des Sängers Max Borchardt und die Energie gesamten Band war im Publikum deutlich spürbar, wenn auch der Kunst!Rasen noch wenig von Zuhörern besät war und sich erst bei Madsen und letztendlich bei Sportfreunde Stiller richtig füllte.

Auf dem Kunst!Rasen selbst geht es dann am Freitag weiter – mit dem Klassik Picknick. Beginn ist hier um 17 Uhr, das Konzert startet um 19 Uhr.

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