Rollstuhlbasketball in Tannenbusch

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Davon, dass es in Bonn ein Bundesliga-Basketballteam gibt, haben die meisten Einwohner schon gehört. Seit inzwischen 18 Jahren existieren in der ehemaligen Hauptstadt die Telekom Baskets, entstanden aus den Basketballabteilungen des Godesberger Turnvereins und dem SC Fortuna Bonn. Die Baskets wurden seitdem fünfmal deutscher Vizemeister und dreimal Vize-Pokalsieger. Zu einem Titel reichte es bisher noch nicht. Dennoch ist die Geschichte des Vereins bislang eine erfolgreiche. Was viele Bonner dagegen nicht wissen, ist, dass es auch im Bereich des Rollstuhlbasketballs viele Jahre lang einen sehr erfolgreichen Bundesligisten in der ehemaligen Hauptstadt gab. Inzwischen spielt der ASV Bonn allerdings nur noch in der zweiten Bundesliga.

Um die Jahrtausendwende war der ASV das Maß aller Dinge im deutschen Rollstuhlbasketball. Drei deutsche Meistertitel und vier Pokalsiege fuhren die Bonner Rollis ein. Dazu einen Europapokaltriumph. Vor gut zwei Jahren fehlte dann aber das Geld. Die Basketballer vom ASV mussten den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Inzwischen hat sich das Team wieder gefangen. In dieser Saison wurde erst ein Spiel verloren – der sportliche Aufstieg ist im Bereich des Möglichen.

„Wir würden das aber nur machen, wenn wir es finanziell stemmen können“, sagt Pressesprecher Helmut Beines. Die Frage ist, ob Bonn ausreichend Sponsoren aufbringen kann, einen zweiten Bundesliga-Basketballclub zu finanzieren. Und dabei ist das Budget der Rollstuhlbasketballer verschwindend gering im Vergleich zu dem der Fußgänger.

Auch Zuschauer können für eine bessere finanzielle Ausstattung des Clubs sorgen. Der ASV ist inzwischen in die Rückrunde der Saison gestartet. Nächstes Heimspiel der Rollis ist am kommenden Samstag um 16 Uhr. Die Rollstuhlbasketballer trainieren und spielen im Schulzentrum in Tannenbusch.

2 KOMMENTARE

  1. Für Basketballfreunde ist ein Besuch beim ASV auch aus meiner Sicht wirklich zu empfehlen. Ich habe mir vor einiger Zeit Spiele und auch mal ein Training in Tannenbusch angeschaut. Da geht es zur Sache mit hohem Tempo, Kampf um Rebounds und allem Pipapo. Besonders fasziniert haben mich die Dreipunktewürfe. Dass die im Sitzen abgefeuert werden, war mir schon klar. Nicht aber, dass das auf einem Feld mit den selben Maßen passiert wie beim Fußgängerbasketball. Und trotzdem hatte manch eine(r) eine Trefferquote wie einstmals Reggie Miller.

    (Der erste Besuch kam seinerzeit zustande, weil ich den Trainer des ASV, Jörg Hilger, porträtieren wollte. Der ist auch heute noch im Amt. Falls es jemanden interessiert: Das damals entstandene Porträt findet sich unter anderem hier: http://loehrzeichen.de/blog/talentfoerderung-aus-leidenschaft )

    • Es ist schon wirklich beeindruckend, wie die Jungs und Mädels (!) da mit ihren Rollstühlen aufeinander krachen. Da ist ordentlich Tempo und Kraft im Spiel – noch dazu Technik für 5000 Euro pro Person.

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