Seit mehr als ei­nem Jahr schon wer­den im GOP Bonn Varieté-Shows ge­zeigt. Mitt­ler­wei­le ist es ein fes­ter Be­stand­teil in Bonns Kul­tur­pro­gramm und ich freue mich, zum drit­ten Mal da­bei ge­we­sen zu sein.

Die neue Show „La lu­na“ ist al­ler­dings nicht der gro­ße Wurf. Im Ver­gleich zu den bei­den an­de­ren Vor­füh­run­gen, de­nen ich bei­woh­nen durf­te („Plü­fo­li“ und „Ka­rus­sell“), spiel­te die Ar­tis­tik ei­ne ge­fühlt klei­ne­re Rol­le, da­für war der Comedy-Anteil hö­her. Ich lach­te mehr­mals und das ist als Kom­pli­ment zu verstehen.

Ein Mann mit Zylinder macht eine Beschwörungsgestik
Mi­che­le Chen (Fo­to: Jo­han­nes Mirus)

Das ar­tis­ti­sche Pro­gramm war gu­ter GOP-Standard. Im­mer wie­der durf­te ich stau­nen über die Kraft und Wen­dig­keit der Künst­le­rin­nen und Künst­ler. So rich­tig Neu­es gab es aber nicht. Viel­leicht bin ich auch nur zu verwöhnt.

Rich­tig ka­cke fand ich, dass im­mer wie­der ein Hund in den Krach raus­ge­tra­gen und wild um­her­ge­schleu­dert wur­de. Wenn das we­nigs­tens ei­nen in­halt­li­chen Grund ge­habt hät­te! So bleibt es nur Tierquälerei.

Gut ge­fal­len hat mir die fast durch­gän­gig live ge­spiel­te Mu­sik mit Schwer­punkt Ak­kor­di­on und Sa­xo­phon, die gut zur The­ma­tik pass­te: In der dar­ge­stell­ten Ge­schich­te soll um das „fah­ren­de Volk“ ge­hen. Ganz ehr­lich: Die Sto­ry ist un­rund, wird kaum rich­tig er­zählt, im­mer wie­der durch­bro­chen und selbst der na­men­ge­ben­de Mond taucht nur ein­mal kurz auf.

Mit Hula-Hoop-Reifen geformte Kugel steht die Artistin da wie der Preis Emmy
Vi­vi­an Spi­ral als Emmy-Figur (Fo­to: Jo­han­nes Mirus)

Schon ein­mal bes­ser war wohl auch das Es­sen, zu­min­dest bei der Haupt­spei­se muss ich mich je­doch auf Hö­ren­sa­gen ver­las­sen. Als Ve­ge­ta­ri­er war ich mit mei­nem Rie­sen­pott Nu­deln ganz zu­frie­den. Es scheint Kü­chen­pro­ble­me ge­ge­ben zu ha­ben – neu­es Me­nü, viel­leicht auch die Tech­nik. Ich un­ter­stel­le, das GOP wird das schnell in den Griff bekommen.

Ins­ge­samt war es mal wie­der ein schö­ner Abend, die Zeit ist nur so ver­flo­gen. Für ei­ne gu­te Un­ter­hal­tung soll es mir dann auch egal sein, ob die Mandel-Panna-cotta ein biss­chen ge­schmack­los war.

La lu­na“ gibt es noch bis zum 25. Fe­bru­ar 2018 zu se­hen. Ein­tritts­kar­ten gibt es ab 29 Euro.

Of­fen­le­gung: Zu der Pres­se­vor­füh­rung in­klu­si­ve Me­nü wur­de ich mit Be­glei­tung ein­ge­la­den. Man hat mir aber kei­ne Vor­schrif­ten ge­macht, ob und wie ich zu be­rich­ten habe.

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